piled up to pillars

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21.09.-13.10.2018 new jörg, Wien

text/
miroslava svolikova

der körper schmückt sich mit oberfäche. der schmuck versteht die berührung, die berührung des auges: sie macht ihn zum schmuck. die spritztüte trägt die rosette auf, die girlande trägt das haus, ein altar wächst in den himmel und den boden gleichermaßen hinein. die oberfäche ist vom schmuck nicht zu entkleiden, das ornament von der profanität der oberfäche nicht zu lösen. sie bleiben zusammen. nieder ist die kunst des ornaments, so nieder wie das leben. in der kaiserlichen stadt rieselt das ornament von den fassaden hernieder. muss ich erst begreifen, was eine oberfäche und was ein körper ist, gibt erst die hand mir den sinn weiter, versteht nur sie wirklich, was form bedeutet? den marmor zieh ich in den stein, das messer in die masse hinein, ich rühre den knochen und verkleide das rohr und schlage beton zu brot. aufgestapelt steht das zitat der berührung altare eines unbegrifenen alltags, die zuckerfarbe des guten geschmacks.

täglich regnet das ornament herab, vom alltag der schönen körper und schreit: begreife mich, rühr mich an, in gips und beton. schneid mich zur fäche und übergiß meine form, mach mich zueigen. in der taktilität des alltags liegt das ornament, ruht in sich: rührt mich an.